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Zeit & Team8 Min. Lesezeit

Von der Zelino Redaktion

Regiebericht und Stundenzettel: Stundenlohnarbeiten sicher abrechnen

Stunden aufschreiben. Unterschreiben lassen. Bezahlt werden.

Zusatzarbeiten nach Aufwand sind schnell gemacht und schwer bezahlt zu bekommen. Ein sauberer Regiebericht mit Unterschrift macht aus „Das war doch nicht abgesprochen“ eine klare Rechnung.

Gezeichnetes Klemmbrett mit leerem Stundenzettel, Hammer, Arbeitshandschuh und Armbanduhr auf einer Baustelle im Bad
Illustration für Zelino, mit KI erstellt.
Direkt zum passenden Abschnitt

Kurzantwort

Ein Regiebericht – auch Stundenlohnzettel genannt – hält fest, wer an welchem Tag wie lange welche Arbeit ausgeführt und welches Material verbraucht hat. Vereinbare Stundenlohnarbeiten vor Beginn ausdrücklich und lass den Bericht zeitnah vom Kunden oder Bauleiter unterschreiben. Gilt die VOB/B, muss der Auftraggeber eingereichte Zettel binnen sechs Werktagen zurückgeben, sonst gelten sie als anerkannt.

Das Wichtigste zuerst

  • Stundenlohnarbeiten vor Beginn vereinbaren – nachträglich wird es schwer.
  • Täglich oder wöchentlich aufschreiben und unterschreiben lassen, nicht erst zur Rechnung.
  • Tätigkeit konkret beschreiben: Ort, Arbeit, Personen, Stunden, Material.
  • Die Unterschrift bestätigt die Stunden, nicht automatisch, dass die Arbeit nötig war.

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Vom Zusatzauftrag zur bezahlten Rechnung

  1. 1

    Vereinbaren

    Arbeit nach Aufwand vorher ausdrücklich absprechen.

  2. 2

    Erfassen

    Täglich Personen, Zeiten, Tätigkeit und Material notieren.

  3. 3

    Abzeichnen

    Kunde oder Bauleiter unterschreibt zeitnah.

  4. 4

    Abrechnen

    Zettel in die Rechnung übernehmen und beilegen.

Schwacher und starker Regiebericht

Schwacher und starker Regiebericht
ThemaFührt zu StreitHält stand
Tätigkeit„Diverse Arbeiten“„Bad OG: alte Fliesen Wand abgeschlagen“
Zeit„ca. 2 Tage“7:30–16:00, 30 Min. Pause, 2 Personen
MaterialFehlt3 Sack Ausgleichsmasse, 1 Container
UnterschriftMit der SchlussrechnungAm selben Tag oder zum Wochenende

Grundlage

Was ist ein Regiebericht?

Arbeiten, die nicht nach Einheitspreis oder Pauschale, sondern nach tatsächlichem Aufwand bezahlt werden, heißen Stundenlohn- oder Regiearbeiten. Typisch sind unvorhersehbare Zusatzarbeiten: alte Fliesen sind schwerer zu entfernen als gedacht, der Untergrund muss ausgebessert werden, der Kunde will spontan noch etwas versetzt haben.

Der Regiebericht ist dein Nachweis für diese Arbeit. Ohne ihn steht später Aussage gegen Aussage – und der Handwerker muss beweisen, dass die Stunden angefallen sind.

Wichtigster Schritt

Stundenlohnarbeit vorher ausdrücklich vereinbaren

Wenn die VOB/B vereinbart ist, werden Stundenlohnarbeiten nur bezahlt, wenn sie vor Beginn ausdrücklich als solche vereinbart wurden. Auch ohne VOB/B gilt: Was vorher klar besprochen ist, musst du später nicht erkämpfen.

Am einfachsten ist ein kurzer schriftlicher Satz, zum Beispiel per Nachricht: „Wie besprochen entfernen wir den alten Estrich im Flur nach Aufwand, 68 € pro Stunde und Person zzgl. MwSt., Material nach Verbrauch.“ Eine bestätigende Antwort des Kunden reicht als Nachweis schon weit.

Quellen: § 2 VOB/B: Vergütung (Abs. 10 Stundenlohnarbeiten)

Inhalt

Was in jeden Regiebericht gehört

Je konkreter, desto besser. Der Bericht muss auch für jemanden verständlich sein, der nicht auf der Baustelle war – etwa die Buchhaltung des Kunden oder später ein Gutachter.

  • Bauvorhaben, Kunde und Auftrags- oder Projektnummer
  • Datum und genauer Ort (Raum, Etage, Gebäudeseite)
  • Beschreibung der Tätigkeit und warum sie nötig war
  • Namen oder Qualifikation der Personen
  • Beginn, Ende und Pausen je Person
  • Verbrauchtes Material und eingesetzte Maschinen
  • Unterschrift und Name des Kunden oder Bauleiters mit Datum

Mustertext für die Tätigkeit: „Bad OG, Wand Ost: alte Fliesen und Kleberreste entfernt, Untergrund zwei Stellen ausgebessert (je ca. 0,5 m²), weil Putz beim Abschlagen mit abgefallen ist. 2 Personen, je 3,5 Std.“

VOB/B

Fristen nach VOB/B: 6 Werktage und 4 Wochen

Ist die VOB/B Vertragsbestandteil, musst du dem Auftraggeber Stundenlohnarbeiten vor Beginn anzeigen und die Stundenlohnzettel je nach Üblichkeit werktäglich oder wöchentlich einreichen. Der Auftraggeber muss sie spätestens sechs Werktage nach Zugang unterschrieben zurückgeben oder Einwände erheben. Gibt er sie nicht rechtzeitig zurück, gelten sie als anerkannt.

Die Stundenlohnrechnung reichst du so bald wie möglich nach Abschluss der Arbeiten ein, bei längeren Arbeiten spätestens alle vier Wochen. Wer Zettel zu spät einreicht, riskiert, dass nur ein wirtschaftlich vertretbarer Aufwand bezahlt wird.

Quellen: § 15 VOB/B: Stundenlohnarbeiten

Beweis

Was die Unterschrift des Kunden bedeutet

Mit seiner Unterschrift bestätigt der Kunde in der Regel, dass die aufgeschriebenen Stunden und Materialien tatsächlich angefallen sind. Ob die Arbeit überhaupt nötig war oder wirtschaftlich ausgeführt wurde, kann trotzdem noch strittig sein. Deshalb gehört die kurze Begründung in den Bericht.

Verweigert der Kunde die Unterschrift, notiere das mit Datum und schick ihm den Bericht trotzdem zeitnah per E-Mail oder Nachricht. Fotos vom Zustand vorher und nachher stärken deinen Nachweis zusätzlich.

Rechnung

Regiestunden in die Rechnung übernehmen

Auf der Rechnung führst du Stundenlohnarbeiten als eigene Positionen: Stunden je Lohngruppe mal Stundensatz, Material nach Verbrauch. Leg die unterschriebenen Berichte als Anlage bei oder verweise auf sie. Bei Privatkunden hilft es zusätzlich, den Lohnanteil getrennt auszuweisen – dann kann der Kunde die Arbeitskosten steuerlich geltend machen.

Tipp: Wenn du die Zeiten ohnehin digital pro Baustelle erfasst, musst du sie für die Rechnung nicht abtippen. Das spart Zeit und verhindert Zahlendreher.

Checkliste Regiebericht

  1. 1Stundenlohnarbeit vor Beginn vereinbart
  2. 2Datum, Ort und Bauvorhaben eingetragen
  3. 3Tätigkeit konkret beschrieben und begründet
  4. 4Personen mit Beginn, Ende und Pausen
  5. 5Material und Maschinen aufgeführt
  6. 6Unterschrift mit Name und Datum
  7. 7Fotos vorher und nachher gesichert
  8. 8Bericht spätestens zum Wochenende übergeben

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Mit der Arbeit nach Aufwand beginnen, ohne sie vorher abzusprechen.
Stunden erst am Monatsende aus dem Gedächtnis aufschreiben.
„Diverse Arbeiten“ statt einer konkreten Beschreibung.
Unterschriften erst zusammen mit der Schlussrechnung einholen.

Zeiten auf der Baustelle erfassen, in der Rechnung nutzen

Mit Zelino erfasst du die Arbeitszeiten von dir und deinem Team direkt pro Projekt. Für die Rechnung wählst du die Zeiten aus und übernimmst sie als Positionen – ohne Abtippen und mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten.

  • Zeiten pro Mitarbeiter und Baustelle
  • Zeiten direkt in die Rechnung übernehmen
  • Fotos und Notizen beim Projekt

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Häufige Fragen

Was muss auf einem Regiebericht stehen?

Bauvorhaben, Datum, Ort, konkrete Tätigkeit mit Begründung, Personen mit Beginn, Ende und Pausen, verbrauchtes Material sowie Name, Datum und Unterschrift des Kunden oder Bauleiters.

Muss der Kunde den Stundenzettel unterschreiben?

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Unterschrift nicht, aber sie ist dein wichtigster Nachweis. Gilt die VOB/B, gelten eingereichte Zettel als anerkannt, wenn der Auftraggeber sie nicht binnen sechs Werktagen zurückgibt.

Werden Stundenlohnarbeiten ohne Vereinbarung bezahlt?

Nach VOB/B nur, wenn sie vor Beginn ausdrücklich vereinbart wurden. Auch bei BGB-Verträgen wird es ohne Absprache schwierig. Vereinbare Satz und Umfang deshalb vorher, am besten schriftlich.

Wie oft muss ich Stundenlohnzettel einreichen?

Nach VOB/B je nach Üblichkeit werktäglich oder wöchentlich. Die Stundenlohnrechnung folgt so bald wie möglich, bei längeren Arbeiten spätestens alle vier Wochen.

Darf ich Fahrtzeiten auf den Regiebericht schreiben?

Nur wenn das vereinbart ist. Üblicher ist eine Anfahrtspauschale als eigene Position. Schreib Fahrtzeiten sonst getrennt auf, damit klar bleibt, was Arbeit auf der Baustelle war.

Redaktion und Quellen

Von der Zelino Redaktion. Verantwortlich: Okan Bahadir · Zelino Studio. Quellen geprüft am 20.10.2026.

Die verlinkten Primärquellen belegen die jeweiligen fachlichen Angaben. Zeitpläne, Checklisten und gekennzeichnete Muster sind redaktionelle Arbeitshilfen. Anforderungen im Einzelfall klärst du mit deiner Handwerkskammer sowie deiner Rechts- oder Steuerberatung.

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